Die Feldhockey-Ausrüstung ist überschaubarer, als sie von außen wirkt – und gleichzeitig strenger geregelt, als die meisten Einsteiger vermuten. Manches, was nach vernünftigem Selbstschutz aussieht, ist für Feldspieler schlicht verboten, weil es dem Torhüter vorbehalten bleibt. Dieser Überblick sortiert, was Pflicht ist, was erlaubt ist, was der Verein stellt und womit man sinnvoll startet.
Was Pflicht ist – und was nicht
Das Regelwerk der FIH hält sich bei Feldspielern bemerkenswert kurz. Es verlangt einheitliche Kleidung innerhalb einer Mannschaft und formuliert ein Verbot: Niemand darf etwas tragen, das für andere gefährlich ist. Eine Liste vorgeschriebener Schutzausrüstung für Feldspieler gibt es nicht.
Der Torhüter ist der Gegenpol dazu. Er muss Schutzausrüstung tragen, und zwar mindestens Kopfschutz, Beinschützer und Kicker.
Und hier kommt der Punkt, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Körper-, Oberarm-, Ellenbogen-, Unterarm-, Hand-, Oberschenkel- und Knieschützer sowie Beinschützer und Kicker sind ausschließlich dem Torhüter erlaubt. Ein Feldspieler, der sich mit Ellenbogen- oder Knieschonern aus einer anderen Sportart ausstattet, trägt damit keine zusätzliche Sicherheit, sondern unerlaubte Ausrüstung. Wer aus dem Eishockey oder Inlinehockey kommt, muss sich das bewusst machen – dort ist genau diese Ausstattung Standard.
Ein Prüfsiegel, nach dem man suchen könnte, existiert übrigens nicht. Die FIH betreibt nach eigener Auskunft kein allgemeines Zulassungsverfahren für die vielen am Markt erhältlichen Ausrüstungsgegenstände; bei Turnieren wird vor Ort beurteilt, und Entscheidungen nationaler Verbände oder Wettbewerbsveranstalter liegen in deren Ermessen. Als Leitlinie nennt der Verband, dass die Sicherheit der Aktiven an erster Stelle steht.
Der Schläger
Der Schläger ist die wichtigste und teuerste Einzelanschaffung. Drei Dinge entscheiden: Länge, Form der Biegung – der sogenannte Bow – und der Carbonanteil. Für Einsteiger gilt die umgekehrte Reihenfolge der Intuition: erst die passende Länge, dann eine moderate Bow-Form, und erst zuletzt die Frage nach dem Material. Ein hoher Carbonanteil macht den Schläger härter und unnachgiebiger; er verzeiht Technikfehler schlechter und ist für Kinder meist die falsche Wahl.
Alles Weitere dazu – Längentabelle, Bow-Typen, Griff, Kopfform und die Unterschiede zwischen Feld- und Hallenschläger – steht im Ratgeber zum Feldhockeyschläger.
Die Schuhe
Hockeyschuhe sind kein Zubehör, sondern bestimmen mit, wie sicher man steht. Welcher Schuh passt, hängt am Belag: Wasserbelag, sandgedresster Kunstrasen und Hallenboden stellen verschiedene Anforderungen an Profil und Dämpfung. Laufschuhe sind in allen drei Fällen die falsche Wahl, weil ihnen die Seitenführung fehlt und ihre Sohle auf sandigem Kunstrasen in Wochen durch ist.
Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zu Feldhockey-Schuhen.
Schienbeinschoner und Mundschutz
Schienbeinschoner sind im Vereinsalltag faktisch Standard, auch wenn das Grundregelwerk sie Feldspielern nicht ausdrücklich vorschreibt. Zur Trageweise gibt es dagegen klare Vorgaben: In den Turnierregularien der FIH müssen Schienbeinschoner von Torhütern wie Feldspielern innerhalb der Stutzen und unterhalb des Knies getragen werden, und zwar während des gesamten Spiels. Das ist kein Ordnungsdetail – ein Schoner, der über das Knie reicht, fällt unter die dem Torhüter vorbehaltene Ausrüstung.
Beim Mundschutz ist die Lage anders, als viele erwarten: Eine Pflicht aus dem FIH-Regelwerk ließ sich nicht belegen. In der Praxis verlangen ihn viele Vereine und einzelne nationale Verbände trotzdem, besonders im Nachwuchs. Da der Ball hart ist und auf Kopfhöhe gespielt werden darf, ist er eine der sinnvollsten kleinen Anschaffungen überhaupt. Frag im Verein nach, was dort gilt – die Antwort kann von Liga zu Liga verschieden ausfallen.
Handschuhe
Im Feldhockey trägt man typischerweise nur einen Handschuh, an der unteren Hand am Schläger – also meist links. Er schützt die Finger, die beim flachen Spiel am Boden dicht über dem Belag geführt werden, und verbessert bei Nässe den Grip.
In der Halle ist der Handschuh verbreiteter als auf dem Feld, weil enger und schneller am Boden gespielt wird. Und beim Verteidigen einer Strafecke kommt für die Spieler in der Torauslinie zusätzlicher Handschutz dazu. Achte darauf, dass der Handschuh schlank bleibt: Ein dick gepolstertes Modell kostet Ballgefühl, und ein Handschützer, der in Richtung Torwartausrüstung geht, ist für Feldspieler ohnehin nicht erlaubt.
Gesichtsmaske bei der Strafecke
Die Strafecke ist die gefährlichste Situation im Feldhockey, weil aus kurzer Distanz hart auf das Tor geschossen wird und die Verteidiger entgegenlaufen. Das Regelwerk erlaubt verteidigenden Feldspielern deshalb ausdrücklich eine Gesichtsmaske: glatt, eng am Gesicht anliegend, vorzugsweise durchsichtig oder weiß, sonst einfarbig. Erlaubt ist sie beim Verteidigen einer Strafecke oder eines Siebenmeters.
Mit der Regelfassung 2026 hat die FIH die Empfehlung dafür verstärkt – eine allgemeine Pflicht ist daraus bisher nicht geworden. Für den Nachwuchs sollte die Maske trotzdem auf der Anschaffungsliste stehen, sobald Strafecken Teil des Spielbetriebs sind. Eine Masken-Regel, die gern übersehen wird: Sie ist für die Verteidigungssituation gedacht und nicht dafür, dauerhaft getragen zu werden.
Der Ball
Der Hockeyball ist hart, kugelförmig und hat eine glatte Oberfläche. Vorgeschrieben sind ein Umfang von 224 bis 235 Millimetern und ein Gewicht von 156 bis 163 Gramm; das Material ist dagegen freigestellt. Für Training und Verein reichen einfache Spielbälle, Matchbälle mit Dimpel-Oberfläche laufen auf nassem Kunstrasen ruhiger.
Einen eigenen Ball zu haben lohnt sich früh – schon weil fast jedes Techniktraining zu Hause mit einem Ball und einer glatten Fläche funktioniert.
Die Torwartausrüstung
Die Ausstattung des Torhüters ist die mit Abstand umfangreichste und teuerste. Pflicht sind Kopfschutz, Beinschützer und Kicker; erlaubt und in der Praxis üblich sind zusätzlich Körper-, Arm-, Hand-, Oberschenkel- und Knieschützer.
Für den Einstieg gilt dasselbe wie in den anderen Hockeyarten: nicht selbst kaufen. Vereine stellen Nachwuchstorhütern in aller Regel eine Ausrüstung, weil die Anschaffung sonst für viele Familien eine zu hohe Hürde wäre und weil sich erst nach einigen Monaten zeigt, ob die Position passt. Frag danach, bevor du planst.
Tasche, Größen und Wachstum
Eine Hockeytasche ist kein Luxus, sondern Transportlogik: Der Schläger ist über einen Meter lang und soll nicht lose im Kofferraum liegen, wo die Kante absplittern kann. Taschen mit separatem Schlägerfach und einem belüfteten Schuhfach sind die sinnvollste Bauform; Letzteres verlängert die Lebensdauer der Schuhe spürbar, weil Sand und Feuchtigkeit nicht in der Hauptkammer landen.
Bei Kindern ist die Versuchung groß, auf Zuwachs zu kaufen. Beim Schläger geht das in Grenzen – ein paar Zentimeter lassen sich über die Griffhaltung ausgleichen. Bei Schuhen und Schienbeinschonern funktioniert es nicht: Ein zu großer Schuh verliert genau die Seitenführung, auf die es ankommt, und ein rutschender Schoner schützt die falsche Stelle. Prüfe beides zu jedem Saisonstart neu.
Was der Verein stellt
Bevor etwas gekauft wird, lohnt sich ein Gespräch im Verein. Üblich ist, dass Bälle, Tore, Trikots und die Torwartausrüstung gestellt werden; viele Vereine haben außerdem Leihschläger für die ersten Wochen. Selbst angeschafft werden in der Regel Schuhe, Schienbeinschoner, Mundschutz und – sobald klar ist, dass es weitergeht – der eigene Schläger.
Das ist auch die sinnvolle Reihenfolge beim Geldausgeben: zuerst Schuhe und Schoner, dann der Schläger, alles andere später.
Kurz zusammengefasst
- Für Feldspieler schreibt das Regelwerk keine Schutzausrüstung vor, verbietet aber alles, was andere gefährdet.
- Körper-, Arm-, Hand-, Oberschenkel- und Knieschützer sowie Beinschützer und Kicker sind dem Torhüter vorbehalten – Feldspieler dürfen sie nicht tragen.
- Der Torhüter muss mindestens Kopfschutz, Beinschützer und Kicker tragen.
- Schienbeinschoner gehören innerhalb der Stutzen und unterhalb des Knies.
- Gesichtsmaske beim Verteidigen von Strafecke und Siebenmeter ist erlaubt und empfohlen, aber nicht Pflicht.
- Ball: 224 bis 235 Millimeter Umfang, 156 bis 163 Gramm.
- Es gibt kein FIH-Prüfsiegel für Ausrüstung; im Zweifel entscheidet der nationale Verband.
Wie das Spiel funktioniert und wie der Einstieg abläuft, steht im Ratgeber Feldhockey. Was in der Halle anders ist, erklärt der Beitrag zu Hallenhockey. Und wer noch überlegt, welche Hockeyart überhaupt passt, findet die Gegenüberstellung im Vergleich der Hockeyarten.