Hockeyarten im Vergleich: Eishockey, Inlinehockey, Floorball und Feldhockey
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Hockey Crew Magazin

Hockeyarten im Vergleich: Eishockey, Inlinehockey, Floorball und Feldhockey

Hockey ist kein Sport, sondern eine Familie. Eishockey, Inlinehockey, Floorball und Feldhockey teilen Schläger, Tor und Grundidee – und unterscheiden sich darüber hinaus in fast allem: im Spielgerät, im Tempo, im Körperkontakt, in den Kosten und darin, wie leicht man irgendwo mitspielen kann. Dieser Vergleich stellt die vier Varianten nebeneinander und hilft bei der Entscheidung, welche zu dir oder zu deinem Kind passt.

Was alle vier gemeinsam haben

Bei allen Unterschieden gibt es einen harten Kern, der überall gilt. Gespielt wird mit einem gebogenen Schläger auf ein Tor, das von einem Torwart verteidigt wird. In allen vier Varianten wird fliegend gewechselt, also ohne Unterbrechung und beliebig oft – ein Wechsel ist keine endgültige Entscheidung wie im Fußball.

Daraus folgt ein gemeinsames Spielgefühl: kurze, intensive Einsätze statt gleichmäßiger Dauerbelastung. Und daraus folgt auch, was sich zwischen den Sportarten übertragen lässt – dazu weiter unten mehr.

Die vier Varianten im Kurzprofil

Eishockey

Die bekannteste Variante und die mit dem höchsten Tempo. Sechs Spieler pro Mannschaft auf dem Eis, fünf Feldspieler und ein Torhüter. Gespielt wird mit einem Hartgummipuck über drei Drittel zu je 20 Minuten effektiver Spielzeit – die Uhr stoppt bei jedem Pfiff, weshalb eine Partie im Stadion rund zweieinhalb Stunden dauert.

Eishockey ist die körperbetonteste der vier. Im deutschen Nachwuchs ist der Bodycheck allerdings erst ab der U15 erlaubt; darunter gilt Körperkontakt ohne Check. Wer die Abläufe verstehen will, findet sie im Überblick der Eishockey-Regeln.

Inline-Skaterhockey und Inlinehockey

Hinter dem Begriff Inlinehockey stecken in Deutschland zwei verschiedene Sportarten, und die Verwechslung ist die häufigste Fehlannahme überhaupt.

Inline-Skaterhockey wird mit einem Ball aus Hartgummi oder Kunststoff von rund 80 Gramm gespielt, mit fünf Spielern pro Mannschaft – vier Feldspieler und ein Torwart. Das Feld ist 15 bis 30 Meter breit und 30 bis 60 Meter lang und von einer Bande umgeben. Es ist kein Sommerersatz, sondern ein ganzjährig betriebener Sport mit eigener Ligastruktur, organisiert über den Deutschen Rollsport- und Inline-Verband.

Inlinehockey ist die Puck-Variante mit einem Rollpuck, der gleitet statt zu springen. Sie steht dem Eishockey technisch deutlich näher. Welche Variante am eigenen Standort gespielt wird, klärt der Blick auf den örtlichen Verein – die Unterschiede im Detail stehen im Ratgeber zu Inlinehockey und Skaterhockey.

Floorball

In der Schweiz und in Teilen Deutschlands auch Unihockey genannt – gemeint ist dasselbe. Ein Hallensport mit leichten Kunststoffschlägern und einem Lochball von rund 23 Gramm, auf einem von einer 50 Zentimeter hohen Bande umschlossenen Feld. Auf dem Großfeld von 40 × 20 Metern stehen fünf Feldspieler und ein Torwart, auf dem Kleinfeld von 28 × 16 Metern drei plus Torwart. Gespielt wird über drei Drittel zu je 20 Minuten effektiver Zeit.

Zwei Eigenheiten fallen sofort auf: Körperangriffe jeder Art sind verboten, und der Torwart hat keinen Schläger – er wehrt mit Händen, Armen und Körper aus kniender Position ab. Dazu kommen Höhenregeln: Der Ball darf nicht über Kniehöhe gespielt, der Schläger nicht über Hüfthöhe geschwungen werden. Alles weitere steht im Floorball-Einstieg.

Feldhockey

Die technisch anspruchsvollste der vier. Elf Spieler pro Mannschaft einschließlich Torwart, auf Kunstrasen, vier Viertel zu je 15 Minuten. Gespielt wird ein harter Ball – und zwar ausschließlich mit der flachen Schlägerseite. Die gewölbte Rückseite ist tabu, woraus sich die gesamte Technik des Sports ergibt.

Zwei Regeln prägen das Spiel: Ein Tor zählt nur, wenn die angreifende Mannschaft den Ball im Schusskreis berührt hat. Und eine Abseitsregel gibt es nicht. Von November bis Januar zieht der Spielbetrieb in die Halle, dort mit sechs statt elf Spielern. Den Einstieg beschreibt unser Ratgeber Feldhockey für Anfänger.

Der direkte Vergleich

  Eishockey Inline-Skaterhockey Floorball Feldhockey
Untergrund Eis Asphalt oder Halle Hallenboden Kunstrasen, im Winter Halle
Spielgerät Puck Ball, ca. 80 g Lochball, ca. 23 g harter Ball
Spieler je Team 5 + Torhüter 4 + Torwart 5 + Torwart (Großfeld) 10 + Torwart
Spielzeit 3 × 20 Min effektiv nach Ligaregel 3 × 20 Min effektiv 4 × 15 Min
Körperkontakt Check ab U15 begrenzt verboten stark eingeschränkt
Fortbewegung Schlittschuhe Inline-Skates Hallenschuhe Hockeyschuhe
Einstiegskosten hoch mittel bis hoch niedrig mittel
Zusatzhürde Eiszeit nötig Rollenverschleiß keine Platzverfügbarkeit

Die Spalte Inline-Skaterhockey bezieht sich auf die Ballvariante. Für die Puck-Variante Inlinehockey gelten in mehreren Punkten die Werte des Eishockeys, weil sie technisch daran angelehnt ist.

Was der Einstieg kostet

Konkrete Beträge hängen von Marke, Niveau und davon ab, wie viel der Verein stellt. Die Reihenfolge ist aber über alle Vereine hinweg stabil.

Floorball ist am günstigsten. Für den Anfang genügen ein Schläger, Hallenschuhe und Sportkleidung. Ein Schutzpaket wie in den anderen Varianten entfällt, weil Körperangriffe verboten sind. Torwartausrüstung stellen Vereine meist zum Leihen.

Feldhockey liegt im Mittelfeld. Nötig sind Schläger, Schienbeinschoner, Mundschutz und Hockeyschuhe mit kleinen Noppen – Fußballstollen sind ungeeignet und auf vielen Plätzen nicht erlaubt. Die umfangreiche Torwartausrüstung stellt in der Regel der Verein.

Inlinehockey ist mittel bis hoch. Zu Skates und Schläger kommt ein vollständiges Schutzpaket, weil Stürze auf Asphalt oder Hallenboden unangenehmer sind als auf dem Eis. Dazu laufende Kosten: Rollen verschleißen auf rauem Asphalt um ein Vielfaches schneller als in der Halle.

Eishockey ist die teuerste Variante – nicht nur wegen der Ausrüstung, sondern weil Eiszeit Geld kostet. Der Betrieb einer Eishalle schlägt sich in den Vereinsbeiträgen nieder. Die Ausrüstung selbst umfasst neben Schlittschuhen und Schläger einen Vollschutz.

Bei Kindern gilt in allen vier Sportarten dieselbe Regel: nicht auf Zuwachs kaufen und zuerst in der Vereinsbörse nach Gebrauchtem fragen. Ob ein Kind dabeibleibt, zeigt sich in der ersten Saison – bis dahin braucht niemand Spitzenmaterial.

Die ehrlichste Entscheidungshilfe: was ist in der Nähe?

Dieser Punkt wird in Vergleichen regelmäßig übergangen, entscheidet aber in der Praxis am häufigsten. Eishockey setzt eine Eishalle in erreichbarer Entfernung voraus, Feldhockey einen Kunstrasenplatz, Floorball lediglich eine Sporthalle. Inlinehockey braucht am wenigsten: eine asphaltierte Fläche mit Bande oder eine Halle.

Daraus folgt eine unromantische, aber belastbare Reihenfolge für die Entscheidung: Erst prüfen, welche Vereine im Umkreis überhaupt Training anbieten und ob sie eine Nachwuchsabteilung für das passende Alter haben. Dann entscheiden. Eine Sportart ohne Verein in der Nähe ist keine Option, sondern ein Fernziel.

Die Landesverbände der jeweiligen Sportart führen Vereinslisten. Fast überall ist ein Probetraining möglich, und für die ersten Einheiten stellen Vereine in der Regel Material zum Leihen.

Welche Variante passt zu wem

  • Du willst schnellstmöglich und mit geringem Budget anfangen: Floorball. Niedrigste Einstiegskosten, kein Körperkontakt, Hallen gibt es fast überall.
  • Dich reizt Tempo und Körperlichkeit: Eishockey, wenn eine Eishalle erreichbar ist. Rechne mit dem höchsten Aufwand von allen vier.
  • Du kommst vom Eis und suchst etwas für den Sommer – oder eine günstigere Alternative: Inlinehockey in der Puck-Variante, weil Schuss- und Passtechnik am ähnlichsten funktionieren.
  • Dich interessiert Technik mehr als Tempo: Feldhockey. Das Spiel mit nur einer Schlägerseite ist die steilste Lernkurve der vier – und für viele genau der Reiz.
  • Es geht um ein Kind unter zehn: Nimm die Sportart mit dem besten Verein in der Nähe. Alles andere ist in diesem Alter nachrangig.

Umsteigen: was sich überträgt und was nicht

Zwischen den vier Varianten lässt sich mehr mitnehmen, als die Unterschiede vermuten lassen – aber nicht alles.

Gut übertragbar sind Spielverständnis und Taktik: Laufwege, Deckungsarbeit, Überzahlsituationen und das Gefühl für kurze Einsätze funktionieren überall ähnlich. Wer in einer Variante gelernt hat, sich ohne Ball anzubieten, kann das in jeder anderen.

Teilweise übertragbar ist die Ballführung. Vom Eis aufs Inline klappt der Wechsel am leichtesten, besonders mit Rollpuck. Der Wechsel zum Floorball-Lochball erfordert deutlich feinere Dosierung, weil das Spielgerät kaum Masse hat.

Kaum übertragbar ist zweierlei. Erstens die Fortbewegung: Schlittschuhlaufen und Inline-Skaten sind verwandt, Laufen in der Halle ist etwas völlig anderes. Zweitens die Feldhockey-Technik – das Spiel mit ausschließlich der flachen Schlägerseite und die daraus entstehende Rückhand über das Handgelenk hat in den anderen drei Varianten keine Entsprechung.

Eine Verwechslungsfalle am Rande: Beim Eishockeyschläger bedeutet ein höherer Flex-Wert einen steiferen Schaft, beim Floorballschläger ist es umgekehrt – dort steht die kleinere Zahl für mehr Steifigkeit. Wer beide Sportarten betreibt, greift sonst zuverlässig zum falschen Schläger.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Floorball und Unihockey?

Keiner – es sind zwei Namen für dieselbe Sportart. Unihockey ist vor allem in der Schweiz verbreitet, Floorball die international übliche Bezeichnung.

Ist Inlinehockey dasselbe wie Skaterhockey?

Nein. Inline-Skaterhockey wird mit einem Ball gespielt, Inlinehockey mit einem Rollpuck. Beide sind eigenständige Sportarten mit eigenen Ligen; die Puck-Variante steht dem Eishockey näher.

Welche Hockeyart ist am günstigsten?

Floorball. Für den Einstieg genügen Schläger, Hallenschuhe und Sportkleidung, ein Schutzpaket entfällt.

Welche Hockeyart ist die schnellste?

Eishockey, gemessen an der Fortbewegung auf dem Eis. Floorball erreicht auf engem Raum ein vergleichbar hohes Spieltempo, weil die Bande den Ball im Spiel hält.

In welcher Variante gibt es keinen Körperkontakt?

Im Floorball sind Körperangriffe jeder Art verboten. Im Feldhockey ist Körperkontakt stark eingeschränkt, im Eishockey ist der Bodycheck ab der U15 erlaubt.

Kann ein Kind mehrere Hockeyarten parallel spielen?

Grundsätzlich ja, und Spielverständnis überträgt sich gut. Praktisch begrenzen Trainingszeiten und Spielplanüberschneidungen das meist auf eine Hauptsportart plus eine saisonale Ergänzung – typisch ist Eishockey im Winter und Inlinehockey im Sommer.

Welche Variante ist olympisch?

Eishockey gehört zum Programm der Olympischen Winterspiele, Feldhockey zu dem der Sommerspiele. Floorball und Inlinehockey sind nicht olympisch.

Fazit: erst der Verein, dann die Sportart

Die vier Varianten unterscheiden sich stark genug, dass eine echte Wahl möglich ist: Floorball als günstigster und zugänglichster Einstieg, Eishockey als schnellste und aufwendigste Variante, Inlinehockey als flexible Brücke und Feldhockey als technisch anspruchsvollste. Wer unentschieden ist, dreht die Frage am besten um und schaut zuerst, welche Vereine in der Nähe Probetrainings anbieten. In allen vier Sportarten kostet der erste Versuch nichts außer einem Nachmittag – und danach ist die Entscheidung meist von selbst getroffen.